Wenn wir Nahrung und Wasser haben und unsere Grundbedürfnisse erfüllt sind, rackern die meisten von uns sich weiter ab, um sich ein bisschen persönlichen Raum zu schaffen. Je mehr Geld man dabei hat, so scheint es, desto mehr Raum bekommt man. Wenn Sie beispielsweise – sofern Sie nicht bereits Ihren eigenen Privatjet besitzen – von London nach LA fliegen, bekommen Sie für 6.000 britische Pfund erheblich mehr Platz als für 4.000 Pfund in der Business, 1.400 Pfund in der Premium Economy und 700 Pfund in der Economy Class. Natürlich erhalten Sie zusammen mit dem mehr an Platz auch einen höheren Status, aber es ist das mehr an Raum, für das Sie zahlen. Das Gleiche gilt für Häuser. Die Menschen möchten das Gefühl haben, ihr eigenes Universum zu besitzen und dieses Universum soll so groß wie möglich sein, denn sonst hat es nicht sehr viel universumhaftes an sich.
Diese Tendenz sich in sein eigenes privates Universum zurückzuziehen, das man voll unter Kontrolle hat, ist übrigens ein Merkmal der inneren Yin-Energie – dem Anteil, der Sie nach einer dauerhaften Struktur suchen lässt, um Ihnen die Illusion zu geben, dass Sie inmitten einer sich ständig wandelnden und potentiell gefährlichen Welt sicher sind. Die Notwendigkeit, sich aus den Grenzen dieses konstruierten Universums hinaus zu begeben, um geschäftliche und soziale Kontakte zu pflegen, ist andererseits ein Produkt der inneren Yang-Energie – dem, was Sie nach vorne treibt.
In Wirklichkeit ist es ziemlich egal, wie begrenzt das von Ihnen geschaffene persönliche Universum ist oder wie viel Geld Sie in seinen Aufbau stecken. Letzten Endes sind Sie Teil eines zusammenhängenden Ganzen, das keinerlei Grenzen kennt und je mehr Sie sich auf diese Tatsache einlassen, desto stärker spüren Sie die Verbundenheit mit allem, was ist. Gleichzeitig sinkt die Notwendigkeit, eine Illusion der Trennung aufrecht zu erhalten, wodurch Sie sich im übrigen jede Menge Geld und Stress ersparen können. Je mehr Sie sich als einen untrennbaren Aspekt des untrennbaren Universums empfinden, desto angenehmer werden Sie diesen Gedanken mit der Zeit finden und desto stärker werden Sie feststellen, dass das gesamte Universum Ihr persönliches Universum ist – es gehört alles Ihnen, genauso wie es allen anderen gehört. Und obwohl die Wahrscheinlichkeit immer noch hoch ist, dass Sie nach einem langen Flug mit mehr Fuß- und Schulterraum erholter ankommen, wird die tatsächliche Art der Erfahrung dadurch nicht beeinflusst. Die Art der Erfahrung wird allein durch Ihre innere Reaktion auf äußere Bedingungen beeinflusst. Denn Sie können fürwahr Ihr Leben lang 1. Klasse fliegen und dennoch unter den Qualen eines unerfüllten oder angstbesetzten Lebens leiden, genauso wie Sie völlig zusammengepfercht in Ihrem Sitz eine transzendente Erfahrung ungeahnten Ausmaßes erleben können. In jedem Fall kommen Sie schneller an Ihr Ziel, als wenn Sie zu Fuß gegangen wären und Sie kommen an, ganz gleich an welchem Ende des Flugzeugs Sie gesessen oder gelegen haben.
Der Schlüssel dazu, Raum zu haben, liegt im Entwickeln von Raum im Inneren, oder genauer gesagt, dem Entwickeln eines Bewusstseins für den dort bereits vorhandenen Raum, und zwar durch tägliches Meditieren. Wenn das bei Ihnen auf Resonanz stößt, kann ich Ihnen nach jahrzehntelanger Beschäftigung mit dem Thema den taoistischen Meditationsstil nur wärmstens empfehlen.
Ein kurze, leicht anzuwendende taoistische Meditation zum Schaffen von mehr Raum im Inneren, woraufhin sich in der Folge auf magische Weise auch im Außen mehr Raum für Sie auftun wird, ohne dass Sie großartig etwas dafür tun müssen (gemäß dem alten Gesetz „wie innen, so außen“), finden Sie im heutigen BAREFOOT JOURNAL.
Mögen Sie heute tagsüber und am Abend so viel erstklassigen inneren Raum in sich entdecken, dass Sie das Gefühl haben, die ganze Welt würde in die Spitze Ihres kleinen Fingers passen.
Alles Liebe, Doc
Übersetzung Beate Brandt
beate@buch-auf-reisen.com