Es ist natürlich schön und gut und völlig in Ordnung, ein gut angepasster, sozialisierter, verantwortungsvoller und vernünftiger Erwachsener zu sein – die Welt wäre schließlich ein ziemliches Kuddelmuddel, wenn die meisten von uns es nicht wären – aber was ist eigentlich mit dem wilden, urtümlichen Typen in Ihnen, diesem Teil, der tief in Ihrem Inneren verankert ist und den es danach verlangt, seinen Schrei über Berg und Tal erschallen zu lassen und sich triumphierend oder drohend auf die Brust zu trommeln? Wenn Sie diesem inneren, wilden, kein bisschen sozialisierten Wesen nicht genügend Luft geben und Raum, um sich auszuleben, werden Sie deprimiert, im wahrsten Sinne des Wortes erdrückt, Ihre Lebenskraft wird abnehmen und mit ihr Ihre Fähigkeit, Aufgaben effektiv zu erledigen und sich am Leben zu erfreuen.
Andererseits ist es natürlich in der Regel unpassend, diesem wilden Anteil im hochgradig durchstrukturierten gesellschaftlichen Alltag, den wir uns gemeinsam geschaffen haben, freien Lauf zu lassen, wenn man weiterhin von anderen ernst genommen werden will.
Wie also geben wir diesem Urzeitmenschen in uns den Raum, den er braucht, und zwar auf eine Weise, die in unsere moderne Zeit passt?
Nun, wenn Sie Ihrem urtümlichen Selbst jeden Tag ein bisschen Raum geben, wird es sich nach und nach freier fühlen und mit Ihrem erwachsenen „Alltagsselbst“ eine fruchtbare Verbindung eingehen. Und wenn das passiert, werden Sie feststellen, dass Sie gegenüber anderen authentischer und natürlicher sind. Sie werden häufiger aus dem Bauch heraus lachen. Sie entwickeln spontanes Mitgefühl und haben mehr zu geben. Auch das Annehmen der Dinge, die andere Menschen Ihnen geben, fällt Ihnen leichter.
Sie werden sich insgesamt immer glücklicher fühlen.
Es bedarf nicht viel und es hat enorme Auswirkungen.
Eine Beispielübung sieht wie folgt aus:
Stellen Sie sich hin, die Füße schulterbreit auseinander.
Halten Sie die Knie leicht gebeugt.
Kippen Sie Ihr Becken leicht nach vorn, so als säßen Sie auf der Kante eines unsichtbaren Barhockers.
Lassen Sie die Schultern sinken.
Lassen Sie Ihr Gewicht an einen Punkt unterhalb Ihres Nabels sinken, so dass sich Kopf und Oberkörper leer anfühlen und die untere Körperpartie voll.
Entspannen Sie alle Muskeln, speziell Ihren Nacken und die Gesichtsmuskeln.
Lassen Sie die Arme einfach locker seitlich hängen.
Beginnen Sie damit, langsam auf und ab zu federn.
Jedes Mal, wenn Sie nach unten gehen, bewegen Sie Ihre Hände nach unten, als wollten Sie sie auf den Boden werfen.
Jedes Mal, wenn Sie nach unten gehen, geben Sie ein tiefes, affenähnliches „HOO!“ von sich.
Kämpfen Sie gegen Trägheit und Widerstände an und fahren Sie ein paar Minuten damit fort.
Halten Sie an und nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um nachzuspüren, wie die Urenergie sich wieder beruhigt und machen Sie dann wie gewohnt weiter.
Weitere Informationen dazu gibt es im heutigen Barefoot Journal.
Mein Wunsch: Mögen es Ihnen heute gelingen, bislang noch ungenutzte Reserven an Lebensenergie so effektiv anzuzapfen, dass Sie sich so aufgeladen fühlen wie ein Turbo-Taoist.