Ich möchte heute das gestrige Thema weiterführen, bei dem es darum ging, die Fähigkeit zu entwickeln mit dem Herzen zu denken, als Teil des Schlüssels zu einem individuellen und möglicherweise kollektiven evolutionären Quantensprung, der die sich abzeichnende Durststrecke zwischen dem alten angstbesetzten Knappheitsdenken und dem neuen, auf Liebe basierenden Denken der Fülle erträglicher machen soll. Es gibt ein einfaches Mittel, welches Sie im Alltag einsetzen können und das erstaunliche, ja nahezu „magische“ Dinge in Ihrem Leben und dem Leben anderer bewirken kann. Es kostet Sie nichts. Sie müssen dafür keine neuen Wege einschlagen oder große Mühen auf sich nehmen. Und dennoch handelt es sich um ein machtvolles, die Realität transformierendes Werkzeug, das Sie nahezu überall und jederzeit unabhängig von den äußeren Umständen einsetzen können: Nehmen Sie sich vor, freundlich zu sein.
In Freundlichkeit steckt das Wort „Freund“. Somit ist Freundlichkeit nichts anderes, als den anderen als Freund oder verwandten Geist zu betrachten. Freundlichkeit bedeutet, Vorurteile und Bewertungen hinter sich zu lassen, über alle Vorlieben und Unterschiede ebenso hinwegzusehen wie über Äußerlichkeiten, Handlungen und Ambitionen. Es bedeutet, den Blick auf den strahlenden Geist zu richten, der allen Menschen innewohnt, an die wir denken, mit denen wir kommunizieren, die uns auffallen, denen wir begegnen und mit denen wir Umgang pflegen.
Betrachten wir doch einmal die zahllosen Faktoren, die uns als Wesen verbinden, die vom gleichen Wunder des Lebens und Bewusstseins geprägt sind, anstatt die Illusion der Getrenntheit aufrechtzuerhalten, die dadurch entsteht, dass wir uns nur auf das konzentrieren, was uns scheinbar trennt und zu einzelnen Wesenheiten macht. Blicken wir auf das, was uns verbindet und nicht auf das, was uns trennt – in dem Wissen, dass diese Verbindung die Quelle der Liebe ist, nach der unsere Seele sich sehnt. Und wenn wir dies tun, ergibt sich daraus ganz natürlich, dass wir andere als verwandte Seelen sehen und freundlich zu ihnen sind.
Es geht nicht darum, zum Heiligen zu werden oder besonders nett zu sein. Es reicht, wenn wir uns die Tatsache bewusst machen, dass wir grundsätzlich alle einer Familie angehören und je besser wir uns umeinander kümmern, und sei es nur ein kurzes Lächeln im Vorübergehen, je mehr wir unserer liebevollen, nährenden, lebensbejahenden Energie erlauben, auf andere abzustrahlen, umso sicherer und wohler werden wir alle uns fühlen. Und je sicherer und wohler wir uns fühlen, umso weniger wahrscheinlich ist es, dass wir uns auf der kollektiven Ebene zerstörerische oder dumme Dinge leisten.
Sicher werden Sie zwischenzeitlich immer mal wieder den Mut verlieren und sich fragen, wie ihre eigenen relativ kleinen Akte der Freundlichkeit jemals eine ganze Welt verändern können, aber Sie haben wirklich und wahrhaftig mehr Macht als Sie glauben und was Sie tun, hat echte und tief greifende Auswirkungen auf das Ganze.
Die alten Taoisten sagen sogar, dass wenn es nur einer von uns schafft, ganz und gar heil zu werden, sich die ganze Welt augenblicklich selbst heilen wird.
Heilung beginnt (und endet) mit Freundlichkeit.
Mein Wunsch: Mögen Sie heute solch ein wunderbares Maß an Freundlichkeit ausstrahlen und erfahren, dass alle Ihre Ängste verfliegen und Ihr gesamtes Wesen mit bedingungsloser Liebe durchflutet wird.